menu

News

Umarmung, Kuss, Zuhause … Wörter, die es laut Paolo Iabichino zu schützen und zu retten gilt

posted in News, News de, News de by

Früher oder später wird COVID [sic] verschwinden, aber zurzeit wirft er finstere Schatten auf einige Wörter, die wir unbedingt schützen müssen, damit sie zukünftig wieder ohne den bitteren Beigeschmack dieses Unsegens erklingen können. So klingt der Anfang von „Le parole infette“ (zu Deutsch „Die infizierten Wörter“) übersetzt, ein Artikel von Kreativdirektor Paolo Iabichino, der viele Jahre bei Ogilvy Italia gearbeitet hat.

STUDIO TRE arbeitet tagtäglich mit Wörtern, wir übersetzen sie und verwandeln sie in Kommunikationsmittel, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Kunden und Partner auf der gesamten Welt erreichen können. Aus diesem Grund hat Paolo Iabichinos Artikel uns besonders berührt und in uns den Wunsch erweckt, diesen mit Ihnen zu teilen, indem wir einige Abschnitte zu einigen der von ihm gewählten Wörter zitieren.

UMARMUNG

„Werden wir uns wieder umarmen können? Zurzeit scheint uns dies unmöglich, und vielleicht werden wir nun dabei stets eine unnatürliche Unbeholfenheit zurückbehalten, einen Reflex, der sich aus dem Misstrauen gegenüber körperlicher Nähe ergibt und den wir nicht unmittelbar abschütteln können. Stattdessen sollte die Umarmung unser Passierschein für das zurückkehrende Alltagsleben sein. Ein verheißungsvoller Ritus, um die Vergangenheit zu vertreiben […]“

KUSS

„[…] noch stärker müssen die Bemühungen für ein Wort sein, das die gesamte Welt direkt an uns Italiener denken lässt. Viele andere Kulturen beneiden uns um die Natürlichkeit, mit der wir Südländer uns begrüßen und der Kuss muss geschützt werden. [Er ist] eine Identifikationsgeste, der robusteste Antikörper unserer Geselligkeit.“

ZUHAUSE

„Es ist unglaublich, dass nur wenige Tage ausgereicht haben, um dieses Wort auf gefährliche Weise zu denaturieren. Das wertvollste Refugium par excellence, der intimste Ort, der Raum der Privatsphäre, in dem Zuneigungen, Interessen, Leidenschaften, Gedanken und Alltagsriten geschützt werden. In diesen Stunden bilden unsere eigenen vier Wände den Hintergrund von Videokonferenzen. […] wir müssen erst wieder lernen, wie wir unsere Momente der Einsamkeit, der Vertraulichkeit hinter verschlossenen Türen wiederfinden können. Wenn das Wort „Zuhause“ erklingt, müssen wir es hören, ohne dass dabei diese Erinnerungsfetzen hochkommen.“ 

HELDEN

„Aber auch Heldinnen. Ein edles Wort, das nun endlich eine zeitgemäße Bedeutung für uns erlangt hat. Der heldenhafte Kampf gehört nicht mehr nur Comics, Marvel oder der Mythologie, nicht mehr nur der Sprachwelt des Sports. Wir haben endlich die tiefste Bedeutung dieses Wortes begriffen. […] Jeder von uns hat nun einmal hinter die märchenhaften Schilde auf die Helden in weißen Kitteln sehen können.“

DISTANZ

„Ich habe das Gefühl, dass viele von uns die tiefste Bedeutung dieses Wortes neu bewerten werden, da wir ungewollt erfahren mussten, wie weit entfernt ein Schulfreund rücken kann, der eigentlich nur zwei Häuserblöcke weiter wohnt […].“

HÄNDE

„Ausgerechnet uns Italienern ist es passiert, uns, die wir mit unseren Händen einen gesamten Ausdrucksschatz gebildet haben. […] Werden wir uns die Hände wieder vor und nach einem Geschäftsmeeting schütteln? Was passiert, wenn wir uns einer fremden Person vorstellen wollen? Die Zeit wird zeigen, ob unsere Hände das Pfand unserer Angst zahlen müssen, in der Zwischenzeit muss Vorsicht walten, denn hier beginnen auch die Liebkosungen.“

HINAUSGEHEN

Das ist das Wort, das uns retten wird.“

 

Was meinen Sie, liebe Freunde von STUDIO TRE, welche Worte müssen sonst noch geschützt werden? Wenn Sie diese mit uns teilen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an [email protected]

Der vollständige italienische Artikel ist im Blog von Paolo Iabichino erschienen und kann hier gefunden werden: https://bit.ly/le-parole-infette-iabichino 

06 Apr, 20