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Im Gespräch mit… Federico Zanandrea, um die Kunst der Synchronisation zu entdecken.

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Liebe Freunde von STUDIOTRE,

heute wollen wir ein neues Format beginnen, um Euch unsere Partner vorzustellen und über verschiedene Berufe zu berichten, die mit Übersetzung, Dolmetschen und mehrsprachiger Kommunikation zu tun haben.

Lasst uns feierlich „Im Gespräch mit…“ zusammen mit Federico Zanandreakünstlerischer Leiter der Synchronisation von ASCI Voice and Mind – eröffnen, um die Welt der audiovisuellen Übersetzung zu entdecken.

Federico ist Schauspieler, Synchronsprecher, künstlerischer Leiter für Synchronisation und Theaterregisseur. Er führte Regie bei der italienischen Synchronisation von sehr erfolgreichen Filmen und Serien wie: The Aeronauts, The Loudest Voice, The Crown, Tote Mädchen lügen nicht, Kidding. Seit 2012 ist er künstlerischer Leiter des Teatro Delfino in Mailand und Vorsitzender von Il Mecenate, dessen Theatersaison er leitet. Seine Stimme ist die offizielle Stimme der Werbung des TV-Senders TV8.

Die Ursprünge der Synchronisation

Das Kino ist als visuelle Kunst entstanden. Seit 1895 – als die Brüder Lumière ihren ersten Kurzfilm ausstrahlten – bis 1926 waren Filme ohne Musik und Dialoge.

Mit dem Tonfilm haben sich neue Herausforderungen ergeben: Filme in Ländern zu verbreiten, in denen eine andere Muttersprache, als die der auftretenden Schauspieler gesprochen wird.

Anfangs drehten die Filmstudios die Szenen in den verschiedenen Sprachen mehrmals. Die Schauspieler lasen ihre Dialoge von Promptern ab, auf denen die phonetische Umschrift der Fremdsprachen abgebildet war. Ein eher langwieriger und komplexer Prozess.

1930 kam dann die Wende: Die Synchronisation trat auf den Plan und war der Startschuss für ein neues Filmzeitalter.

Federico, was ist Synchronisation für Dich?

Abgesehen davon, dass es sich um einen fantastischen Beruf handelt, der Kunst und Technik miteinander verbindet, gefällt es mir, ihn als „interpretierte Übersetzung“ zu bezeichnen.

Die Kunst der Synchronisation ist in den dreißiger Jahren mit dem Ziel entstanden, amerikanische Filme zu lokalisieren und wurde in der Tat zu einem Instrument, das Kultur schafft, mit dem man sich Kulturen, die unserer fremd sind, annähert.

Stellt Euch das Italien der damaligen Zeit vor: Der Analphabetismus war noch recht verbreitet, und es war undenkbar, dass die Menschen einem Film mit Untertiteln hätten folgen können. Beinahe niemand konnte Englisch und die Gesetze des faschistischen Regimes verboten die Verbreitung von fremdsprachigen Filmen.

Die Synchronisation kann als wahres Instrument der Kulturvermittlung verstanden werden.

Wenn ein Spot, ein Video oder ein Film in ein Studio kommen, wie sehen die Schritte für die Synchronisation aus?

Synchronisation ist eine Teamarbeit, jeder Mitarbeiter hat eine spezifische Rolle in jeder Phase des Prozesses:

  1. Übersetzung – Der Text muss entsprechend der Sensibilität des Bestimmungslandes übersetzt werden. Alles muss so nahe wie möglich an das Original angepasst sein, aber gleichzeitig der Kultur der Zielsprache entsprechen.

Die Sprache einer Frau aus dem 19. Jahrhundert ist anders, als die eines jungen Mannes aus der Bronx, so wie die Art zu sprechen des CEO eines italienischen Automotive-Unternehmens anders ist, als die eines amerikanischen Sales Managers. Der Übersetzer muss in der Lage sein, all diese Nuancen zu erkennen.

  • Anpassung – Wesentlich ist, dass die Übersetzung den Rhythmus der Originalerzählung einhält (Länge und Pausen) sowie das Zusammenspiel von Stimme, Gestik und, bei der typischen Synchronisation von Filmen und Fernsehserien, der Lippenbewegung. Selten hat die Übersetzung dieselbe Länge wie die Originalsätze und häufig ist eine Anpassung durch den Dialogschreiber erforderlich.
  • Auswahl der Stimmen und Synchronisation Wie ein Dirigent seine Musiker, wählt und koordiniert der künstlerische Leiter der Synchronisation die Synchronsprecher auf der Grundlage der Stimme, der Figur und der Mitteilung, die übertragen werden soll, aus. Nach Abschluss der Synchronisation – die ständig vom Tonmeister überwacht wird – kümmert sich der Tonmischer um die Audiospuren, um alle Tonelemente auszubalancieren.

Wie bereitet sich ein Synchronsprecher vor?

Die Synchronisation in Italien hat sich immer durch ihr handwerkliches Können und ihre Kreativität ausgezeichnet. Heutzutage ist der Standard anders. Im Allgemeinen ist er „industrieller“ und die für die Synchronsprecher verfügbare Zeit hat sich verändert.

Daher ist die Zeit ein wesentlicher Faktor bei der Vorbereitung eines Synchronsprechers. Während einem Schauspieler Monate zur Verfügung stehen, sich vorzubereiten, hat der Synchronsprecher nur wenige Tage, manchmal Stunden zur Verfügung, um die Figur zu studieren. Er muss schnell, intuitiv sein und ganz selbstverständlich mit dem Mikrofon umgehen können.

Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Synchronisation arbeitet er am Subtext, an den Silben und den einzelnen Worten, denn wenn er vor dem Mikrofon steht – und angesichts der drängenden Zeit – ist sein Ziel meist: „Der erste Take ist der beste“.

Es ist eine komplexe Arbeit, die profunde Kenntnisse über Synchronisations- und Schauspieltechniken verlangt.

Welches Synchronisationsprojekt war für Dich die größte Herausforderung?

Alte Filme neu zu synchronisieren, denn man muss mit nicht industriell angefertigten Aufnahmen arbeiten, die unterschiedliche Stimmlagen haben, die dir nicht entsprechen, da sie aus einer anderen Zeit stammen, in der, im Gegensatz zu heute, ganz anders geschauspielert wurde.

Das ist jedoch das Schöne an meiner Arbeit. Du hast das Glück, wunderschöne Figuren zu synchronisieren und wunderbare Dinge zu sagen.

… das Interview endet hier nicht: Im nächsten Artikel wird uns Federico Zanandrea darüber berichten, wie die Stimmen für die Synchronisation ausgewählt werden.

24 Jul, 20