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Juristische Übersetzungen: vom „Sistieren des Rembours“ und des „Reassumierens der Rejektion“

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Obiges Kontor wird den Rembours der Forderungen alsogleich nach dem 10 Mai sistieren“.
Na, liebe Freunde von STUDIOTRE, wer von Ihnen musste diesen Satz mindestens zweimal lesen, um ihn zu verstehen?

Wie wäre es stattdessen mit:

Ab dem 10. Mai wird unsere Kanzlei die Zahlungen einstellen.“
So ist es doch direkt leichter zu verstehen.

Das Rechts- und Bürokratendeutsch ist auch heute noch eine Konstante des Alltags und auch das Verständnis der EU-Verordnungen bereitet dem ein oder anderen häufig Kopfschmerzen. Als Sie den Einleitungssatz gelesen haben, haben Sie einen Geschmack davon bekommen, mit welcher Art von Sätzen Rechtsübersetzer jeden Tag in Ihrem Beruf konfrontiert werden – und das auch noch in ihrer Fremdsprache!

Wie sperrig das Juristenlatein und Behördendeutsch ist, wissen wir alle, und wenn Sie gerne herausfinden möchten, welche Kniffe es gibt, um diese Jargons zu übersetzen, dann lesen Sie weiter.
Juristische Texte: Welche Eigenschaften haben sie?

Wenn Sie schon einmal einen Vertrag, ein Statut, eine Satzung oder sogar ein Patent durchgelesen haben, dann ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass diese Texte eine Vorliebe für „Bandwurmsätze“ haben, sie stecken voller langer, verschachtelter und sehr komplexer Sätze in einem sehr starren und förmlichen Korsett.

Juristische Texte zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Partizipialkonstruktionen (eine vier Monate dauernde Prüfung) und Gerundive (abzuleistende Sozialstunden)
  • Substantivierungen von Verben (das Vereinnahmen, die Inanspruchnahme)
  • unpersönliche Formen (es wird darauf hingewiesen, es ist zu beachten)
  • komplexe und auch veraltete Präpositionalgefüge (zum Zwecke, ebenda, aus Gründen des)
  • Phraseologismen (Anwendung finden, in Anspruch nehmen)
  • veraltete Begriffe (Rejektion, obsolet, reassumieren)
  • Fremdwörter, vor allem Latinismen (de facto, de jure)
  • Abkürzungen und Akronyme

Juristische Übersetzungen: Welche Kompetenzen sind nötig?

Juristische Fachübersetzer haben zwei Hauptpflichten: Sie müssen den zu übersetzenden Text nicht nur lückenlos verstehen, sie müssen auch die sich daraus ergebenden rechtlichen Konsequenzen erkennen.

Aus diesem Grund müssen juristische Übersetzer die Grundzüge des Rechts und des legislativen Gefüges sowohl des Landes der Ausgangssprache als auch der Zielsprache kennen. Da jedes Rechtssystem eng mit der jeweiligen Landesgeschichte und -kultur verbunden ist, ist auch jedes anders – und nicht immer finden sich in der Zielsprache Entsprechungen für Konzepte der Ausgangssprache.

Für die Übersetzung ist es außerdem unerlässlich, dass der Text originalgetreu übersetzt wird, und das Vermeiden von Fehlern sowie von uneindeutigen oder missverständlichen Begriffen ist noch wichtiger als bei anderen Textarten, da Fehler hier dazu führen können, dass das Dokument vor Gericht nicht zugelassen werden darf. Dies gilt natürlich insbesondere für beglaubigte und vereidigte Übersetzungen.

 

Dank der erfahrenen juristischen Fachlinguisten ist STUDIOTRE ein wichtiger Partner und Sprachberater für Unternehmen und Kanzleien, die Übersetzungen von Statuten, Handelsregisterauszügen, Sammelbescheinigungen, notariellen Beglaubigungen, Verträgen, Ausschreibungsunterlagen, Patenten, Gutachten, Zertifikaten, Bestimmungen und Richtlinien benötigen.

Wenn Sie wissen möchten, wie wir rechtssprachliche Texte übersetzen, rufen Sie uns an (+39 0522 323434) oder schreiben Sie uns ([email protected]).

22 Mai, 20