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Eine App zur Rettung gefährdeter indigener Sprachen

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Heute sind 2680 indigene Sprachen vom Aussterben bedroht: Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen 2019 zum Internationalen Jahr der indigenen Sprachen auserkoren (#IYIL2019).

Vor einigen Monaten hat ein Blogartikel von STUDIOTRE (http://bit.ly/lingue-indigene-IYIL2019) dieses Thema bereits aufgegriffen, da es uns sehr am Herzen liegt, denn jede Sprache birgt in sich die Identität, die Kultur, die Geschichten, die Traditionen und die Erinnerungen eines bestimmten Volkes.

Nach welchen Kriterien wird beurteilt, ob eine Sprache gefährdet ist?

Die Experten der UNESCO berücksichtigen folgende Gesichtspunkte zur Beurteilung des Bedrohungszustands einer Sprache:

  • die Weitergabe der Sprache an die nächste Generation
  • die Gesamtzahl der Sprecher
  • der Anteil der Sprecher im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung
  • die Verwendung der Sprache in öffentlichen und privaten Bereichen
  • das Vorhandensein von Lehrmaterialien und Unterricht in der Sprache
  • die Sprachpolitik der Regierung und der Institutionen und die Anerkennung als Amtssprache
  • die Art und Qualität der in der Sprache erhältlichen Dokumentation
Die Technologie eilt den indigenen Sprachen zu Hilfe

Die gute Nachricht ist, dass es nun – dank einiger Wissenschaftler der Universität von Groningen (Niederlande) – ein Projekt zur Rettung von Kleinsprachen gibt.

Worum genau es sich dabei handelt? Stimmen fan Fryslân (dt. „Stimmen Frieslands“) ist eine App, die es den Nutzern erlaubt, Sprachaufnahmen auf Friesisch (eigentlich eine Gruppe von drei germanischen Sprachen, die heute noch in deutschen und niederländischen Teilen der Nordseeküste gesprochen werden) aufzunehmen, die dann in einer riesigen Datenbank gespeichert werden – bis heute beinhaltet diese bereits über 46.000 Wörter und Sätze.

Vom niederländischen Projekt inspiriert haben australische Forscher der Macquarie University Coo-ee („Komm her“ auf Darug, einer Sprache der australischen Aborigines) entwickelt, ebenfalls eine App, deren Ziel es ist, so viel Informationen wie möglich über die indigenen Sprachen und Kulturen Australiens zu sammeln.

Neben diesen zwei Projekten finden sich im Internet auch zahlreiche weitere Initiativen, die das Ziel haben, einheimische Sprachen zu schützen:

  • Der Übersetzer Michael Bauer hat die Browser Opera, Firefox und Chrome sowie das E-Mail-Programm Thunderbird und weitere Programme, wie OpenOffice, LibreOffice und den VLC-Mediaplayer in die schottisch-gälische Sprache übersetzt.
  • Kevin Scannell hat die zwei Webseiten Indigenous Tweets und Indigenous Blogs erschaffen, auf denen Sprecher von Kleinsprachen sehen können, wer Artikel oder Tweets in ihrer Sprache veröffentlicht, um die Präsenz dieser Sprachgemeinschaften im Internet (und nicht nur) zu stärken.

Wenn sie weitere Projekte kennen, die dazu konzipiert wurden, gefährdete Sprachen und Dialekte zu schützen, senden Sie uns doch eine E-Mail (marketing@traduzionistudiotre.it) oder hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf unserer Facebook-Seite (http://bit.ly/STUDIOTRE-Facebook).

31 Oct, 19

 

 

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