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Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen: Die Italienerinnen gewinnen das wichtigste Spiel von allen – das gegen die Vorurteile

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Die aus Reggio Emilia stammende Milena Bertolini war schon immer eine flammende Liebhaberin des Fußballsports und hat sich diesem schon in frühen Jahren mit Leib und Seele verschrieben, als sie noch für die gemischte Mannschaft ihres Heimatvereins des U.S. Correggese spielte. In diesem Jahr ist es ihr während der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen gelungen, gemeinsam mit der von ihr seit 2017 trainierten Damenmannschaft ganz Italien zu begeistern.

STUDIOTRE hat den Aufstieg der Damennationalmannschaft bis ins Viertelfinale leidenschaftlich verfolgt, nicht nur, weil Bertolini aus der gleichen Stadt von STUDIOTRE stammt, sondern vor allem, weil das Team Spiel um Spiel eine sehr wichtige Botschaft verbreitet hat: Fußball ist kein reiner Männersport.

Die italienischen Fußballerinnen haben nicht nur die zahlreichen Spiele gespielt, die sie bis ins Viertelfinale geführt haben, ihr schwierigster Kampf ist seit jeher der gegen die Vorurteile: „Es werden so viele Tore geschossen, wie in der Ferienfreizeit”; „Es ist, als sähe man ein Fußballspiel in Zeitlupe“; „Sie sind einfach plump, Mannweiber” – um nur einige Beispiele zu nennen.

Nationaltrainerin Bertolini hat in zahlreichen Interviews gesagt, dass sie „an sexistische Beleidigungen gewöhnt“ sei – dass Frauen für den Fußballsport nicht geeignet sein sollen, ist sicherlich kein Vorurteil, das erst in unserer heutigen Zeit aufgekommen ist. Wenn man einen Sprung in die Vergangenheit Italiens macht, dann erfährt man, dass sich bereits 1933 einige Liebhaberinnen dieser Sportart zusammengeschlossen hatten, um die „Gruppo femminile calcistico“ („Damenfußballgruppe“) zu gründen, das Nationale Olympische Komitee Italiens, kurz CONI, sie jedoch so stark behinderte, dass diese Frauen schließlich an andere Sportarten verwiesen wurden.

Es gibt jedoch auch einige Zahlen, die für einen Umschwung der öffentlichen Meinung in Italien stehen könnten: In den sozialen Medien ist es während der Weltmeisterschaft zu einem wahren Boom gekommen. Laut einer in der Zeitschrift Vanity Fair veröffentlichten Schätzung ist die „Weltmeisterschaft ab dem ersten Anstoß mit 1,5 Mio. Interaktionen gemeinsam mit der Formel 1 zu der am häufigsten kommentierten übertragenen Sportveranstaltung Italiens geworden. Die am 29. Mai dieses Jahres aktivierten Social-Media-Accounts der Damennationalmannschaft haben ihre Followers in weniger als einem Monat vervielfacht: Twitter ist von 1.700 auf 13.900 Followers angestiegen, Facebook von 12.500 auf 44.000 und Instagram von 7.000 auf 64.000.“

Zu diesen eindrucksvollen Zahlen reihen sich die Worte des aktuellen Präsidenten des CONI, Giovanni Malagò, die eine wichtige Momentaufnahme der Evolution des italienischen Sports darstellen: „Es ist jetzt von entscheidender Wichtigkeit, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Institutionen zu nutzen, um den Übergang vom Amateur- zum Profistatus zu bewerkstelligen, ein erster Schritt, um das Niveau des Frauenfußballs anzuheben und zu zeigen, dass dieser auch in Italien zu einer Sportart von hohem Niveau werden kann, wie es seit Jahren bereits in den USA und im Norden Europas der Fall ist.

Wir wünschen der Mannschaft von Milena Bertolini, dass sie die Willenskraft nicht verlässt, die es den Spielerinnen erlaubt hat, auf dem Fußballfeld gegen die Vorurteile anzukämpfen.

Die gleiche typisch weibliche Willenskraft hat den Gründerinnen von STUDIOTRE in den 80ern die Kraft für ihren wichtigsten Kampf gegeben: Die Widerstände derjenigen zu überwinden, die nicht an ihre Professionalität und ihre Fähigkeit glaubten, sich auf dem internationalen Spielfeld der Übersetzungen und Verdolmetschungen durchsetzen und hervorheben zu können.

12 Aug, 19

 

 

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